Der CIP-Gründer hat zahlreiche Interviews mit Betroffenen geführt, die offen über die ihnen durch die Scheinselbstständigkeitsregelungen entstandenen Probleme (bis in die Privat-Insolvenz) gesprochen haben. Diese „Problem-Fälle“* wurden ausführlich dokumentiert, von den Interviewpartnern schriftlich zur weiteren Verwendung freigegeben. Die Interview-Partner haben sich ferner bereiterklärt, anonymisiert in TV-Sendungen oder Presse-Berichten oder auch nicht anonymisiert vor Gerichten Ihre Erlebnisse noch einmal zu schildern. Auch diese Dokumente wurden an zahlreiche Politiker verteilt. Der CIP-Gründer ist gleichzeitig auch Initiator der s.g. „Brandbriefe gegen die existenzbedrohenden Auswirkungen der Scheinselbstständigkeitsregularien“. Diesen Brandbriefen wurden u.a. diese Problem-Beschreibungen beigefügt. Einige im Bundestag vertretene Parteien begrüßten die private Initiative des CIP-Gründers, konnten jedoch beim Koalitionspartner – trotz Weiterleitung an das zuständige BMAS – keine Lösung des Problems bewirken.
Schauen Sie sich die ausführlichen Interview-Dokumentationen an.
S. Schustermann*: Job Center fördert Arbeitslose mit Gründerzuschuss erst in die Selbstständigkeit und fordert dann nach Jahren rückwirkend 100 TEUR von der Gründerin – Geschäftsaufgabe.
„Fördern und Fordern mal anders erlebt!“
- Eine Angestellte stand nach der Insolvenz ihres Arbeitgebers mit Mitte 50 vor der Arbeitslosigkeit. Das Job Center motivierte die Dame das Unternehmen fortzuführen und dafür sogar einen Gründungszuschuss zu erhalten.
- Der Business Plan wurde vom Job Center und von der IHK geprüft und der Gründungszuschuss gewährt.
- Jahre später wurden diese 30 freien Mitarbeiter der Selbstständigen von der Deutschen Rentenversicherung zu Scheinselbstständigen erklärt.
Daniel Petermann*: 40 Berater wurden während laufender Projekte ohne Vorwarnung zum Jahresende die Verträge gekündigt.
„Ein ganzes externes Projektteam von heute auf morgen gefeuert!“
- Ein großes und international sehr bekanntes Dienstleistungsunternehmen hat Ende 2015 alle IT Projekte mit Externen-Beteiligung (aufgrund der Bedrohungen durch potenziell scheinselbstständige Beschäftigung) gestoppt und kurzer Hand die Zusammenarbeit mit mehr als 40 IT-Beratern beendet, die dort im Projekt tätig waren. Eine Vorstandsentscheidung aus Sorge vor den Folgen einer etwaigen Scheinselbstständigkeit der Berater.
- Ein IT-Provider verlor einen Großauftrag.
- 40 Berater verlieren ihre Aufträge und waren ohne Vorwarnung ohne Einkommen.
Frau S. Sonnemann*/Graphikdesignerin: Ein großer bekannter Verlag hat sich aus Angst, Scheinselbstständige zu beschäftigen, von allen freiberuflichen Mitarbeitern getrennt.
„… und plötzlich stand ich auf der Straße und wusste nicht, wo ich noch Geld verdienen kann. Nach so vielen Jahren stellt mich niemand mehr fest ein.“
- Frau Sonnemann arbeitete bereits 34 Jahre freiberuflich als Graphik-Designerin, meist für Verlage.
- Die Flexibilität passte gut in ihr Lebenskonzept, denn als allein-erziehende Mutter konnte sie unabhängig von starren Bürozeiten arbeiten.
- Während eines laufenden Auftrages (begonnen als Krankheitsvertretung), mussten alle Externen den Verlag verlassen.
- Frau Sonnemann ist nun mit ihrem Kind allein, ohne Einkommen und ohne Ansprüche auf Arbeitslosengeld. Sie sieht für ihre und die Zukunft ihres Kindes schwarz
Max Mustermann*: 15 Jahre arbeitet ein Interim Manager sehr erfolgreich freiberuflich überwiegend für Unternehmen und bekommt kaum noch direkte Aufträge
„Der Generalverdacht schreckt die Auftraggeber ab!“
- Mehrere Managementberater und Interim Manager bekommen kaum, bzw. nur noch über Interim Manager-Agenturen an Kundenaufträge.
- Ein Scheinselbstständigkeits-Kriterium macht die Akquisition besonders schwierig: Interim Manager arbeiten meist 100% vor Ort bei ihren Kunden. Einsätze können 3 Monate, aber länger dauern, wenn ein Unternehmen saniert oder ein Projekt abgeschlossen werden soll.
- Die Verunsicherung der potenziellen Auftraggeber sogt für einen Einbruch der Auftragslage und wird in allgemein zugänglichen Studien häufig als Hauptproblem dieser Gruppe von Selbstständigen angegeben.
Friedrich Feldmann*: Externe werden in andere Gebäude verbannt oder müssen die Arbeitsplätze „sinn-frei“ wechseln oder räumlich getrennt sitzen, um den SSG-Kriterien nicht zu entsprechen.
„Ist Deutschland fit für Industrie 4.0 und moderne digitale Arbeitswelten, wenn das BMAS interne und externe Projektmitarbeiter (wie in der Schule) „räumlich getrennt …sitzen lässt?“
- IT-Berater berichten von unglaublichen Zuständen in den Unternehmen, in denen (wider jeder Vernunft in einer Projekt-Zusammenarbeit) externe Projektmitarbeiter in separaten Gebäuden oder Büroflächen getrennt von den internen Mitarbeitern untergebracht werden.
- Die Vermeidungsstrategien kosten den Unternehmen viel Geld.